Kreisbildstelle Illertissen

Medienzentrale für Schule und Bildung

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Gründung und Aufstieg der Wieland-Werke

Arbeitsblätter für den Unterricht

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1. Der Gründer

2. Der Unternehmer Wieland

3. Der Anfang: Die Glockengießerei in Ulm 4. Der Aufstieg der Firma
5. Der Schritt ins Illertal 6. Der rasante Aufschwung
7. Wieland - ein sozialer Unternehmer 8. Die Wieland-Werke  in Vöhringen
9. Die Produkte der Wieland-Werke  
Daten und Fakten

Mit dem Rüstzeug einer gründlichen Ausbildung kehrte Philipp Jakob Wieland nach ausgedehnten Studienreisen durch Deutschland und angrenzende Länder in seine Vaterstadt Ulm zurück. Im Alter von 27 Jahren übernahm er von seinem Onkel Thomas Frauenlob die damals schon 250 Jahre bestehende Kunst- und Glockengießerei in der Rosengasse. Mit Fleiß, hohem technischen Wissen, Mut zum Risiko und Kapitaleinsatz machte er sich ans Werk. Er bot seine Dienste in der Herstellung gegossener Messingartikel aller Art an.

Damals ahnte niemand, dass sich hier ein Mann ans Werk machte, der nach Charakter, Arbeitsdrang und Umsicht mit Fug und Recht Industriepionier genannt werden darf.

Schon wenige Jahre später begann nach Erwerb einer Sägemühle im Fischerviertel mit der zum Betrieb notwendigen Wasserkraft die Produktion von Messing-Walzprodukten.

Die Möglichkeit der räumlichen Entfaltung des Unternehmens waren innerhalb der Stadtmauer Ulms begrenzt. Deshalb musste Philipp Jakob Wieland seine Betriebe in die Umgebung verlagern. So entstanden in den Nachbargemeinden Herrlingen und Gögglingen unter Ausnutzung vorhandener Wasserkräfte Fertigungsstätten für Walzprodukte und Drähte. Der Kauf der Spitalmühle 1859 außerhalb des städtischen Festigungsrings war ein wesentlicher Schritt, der das kräftige Wachstum des Unternehmens begünstigte.

Als erster Arbeitgeber Deutschlands schuf Wieland schon im Jahre 1834 eine freiwillige Fabrikkrankenkasse, die zum Vorbild für die heute übliche Betriebskrankenkasse wurde.

1864 bot sich die Möglichkeit zur Übernahme der Krauß´schen Mühle in Vöhringen. Mit einer Anfangsbelegschaft von 38 Mann nahm er dieses Zweigwerk in Betrieb. Die Wasserkraft der Iller und die vorhandenen großen Grundflächen begünstigten die kontinuierliche Entwicklung dieses Werkes.

Das Unternehmen von Philipp Jakob Wieland wies eine große Palette von Produkten auf. Feuerspritzen, Glocken, Messing-Gebrauchs-Gegenstände aller Art, Bleche und Drähte wurden produziert. Auf der Pariser Weltausstellung 1873 erhielt der Unternehmer eine Silbermedaille als Anerkennung für seine Erzeugnisse.

Am 18. Januar 1873 starb Philipp Jakob Wieland und hinterließ seinen Erben ein großzügig angelegtes Unternehmen. Bis zur Geschäftsfähigkeit der Kinder führte seine Witwe Mathilde Wieland die Firma. 1892 übernahmen die beiden Söhne Philipp und Max Robert Wieland die Leitung des Unternehmens.

Von Herbert Ehm