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Der Ulmer Spatz
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Auf dem Langhaus des
Ulmer Münsters sitzt heute noch ein aus Stein gehauener Spatz, der von
der Straße aus gesehen, die natürliche Größe dieses kleinen Vogels
hat, in Wirklichkeit aber ist er so groß wie ein Vogel Strauß. Die
Neugierigen, die wissen wollen, warum man dem Spatzen dieses seltsame
Denkmal dort oben setzte, erzählen die Bürger von Ulm eine alte
Geschichte:
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In der Zeit, als noch am Münster
gebaut wurde, wollten die Ulmer einen Balken, lang wie ein Mastbaum, in
die Stadt bringen. Dazu hatten sie ihn quer auf einen Karren gelegt,
konnten ihn aber auf diese Art beim besten Willen nicht durch das schmale
Stadttor hindurch schleusen. So riet denn einer, den Balken zu kürzen,
ein anderer, das Stadttor breiter zu machen. Während sie noch das Für
und Wider erwogen, flog ein Spatz daher, der einen langen Strohhalm in
sein Nest trug. "Schaut den kleinen Vogel", rief plötzlich
einer, " er zieht den Strohhalm der Länge nach in seine Behausung!
Wollen wir´s nicht eben so machen und den Balken der Länge nach durchs
Stadttor bringen?"
So wurde der Spatz zum Lehrmeister für die
Ulmer, denen seither der Spottname "Spatzen" geblieben ist. |
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