Kreisbildstelle Illertissen

Medienzentrale für Schule und Bildung

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Ein Schwabenstreich aus Illertissen

1831 wurde dahier ein echter Schwabenstreich erster Güte ausgeführt. Es war um die Zeit der herbstlichen Tagesbleiche zu Tiefenbach ein Mann an den schwarzen Blattern gestorben. Die kgl. Regierung hatte angeordnet, dass die Bestattung des Blatternmannes ohne Sang und Klang geschehe. Auch sollte hierbei zur Verhütung weiterer Ansteckung vom Hause des Verstorbenen bis zum Grabe in hundert Schritten Abstand je ein starkes Feuer angezündet werden.

Die Tiefenbacher wurden damals noch im Gottesacker zu Illertissen beerdigt. Das sollte auf Befehl des kgl. Landgerichts auch in diesem außerordentlichen Falle, jedoch außerhalb des Friedhofs geschehen. Der damalige Landrichter ließ nun vom Grabe beim hiesigen Weiher an bis hinunter nach Tiefenbach genau nach Anordnung von hoher Stelle aus, die sich ergebende hohe Zahl großer Scheiterhaufen errichten und dann bei der Abfahrt des Leichenfuhrwerkes alle auf einmal anzünden.

Die Wirkung ward eine großartige. Auf einmal war der Himmel glutrot und in der Ferne bot sich der grauenhafte Anblick, als ob der Markt, Betlinshausen, Tiefenbach und der ganze Tannengarten plötzlich an allen Ecken und Enden in Flammen stände. Da rasselte eine Feuerspritze nach der anderen heran. Von der ganzen Umgebung, selbst von jenseits der Iller eilten Feuerrotten, eilte alles, was nur laufen konnte, zur Hilfe und Rettung herbei. Solche großartige Illumination hatten die zwei Täler wohl niemals gesehen.

Gnaden Herr Landrichter wurde bald darauf pensioniert. Die Regierung war offenbar der Meinung, dass der Verstorbene vor seinem Heimatdorfe begraben werde.

Von Anton Kanz