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Die Römer in Kellmünz

Arbeitsblätter für den Unterricht

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1. Unsere Heimat war einst römische Provinz

2. Das Kastell "Caelius Mons" in Kellmünz

3. Größe und Lage des Kastells 4. Archäologischer Park in Kellmünz
5. Das Brückendenkmal erinnert an die Römer  
Daten und Fakten zum spätrömischen Grenzkastell "Caelius Mons" in Kellmünz

Im Jahr 1900 stieß man im alten Ortskern beim Wasserleitungsbau auf mächtige Mauerreste eines römischen Kastells aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. In schriftlichen Quellen dieser Zeit wird Kellmünz als Militärstandort mit dem lateinischen Namen Caelius Mons aufgeführt.

Von 1901 bis 1913 ließ der ortsansässige Kaufmann Roman Linder die Wehrmauern und Türme dieses Kastells freilegen. Aufsehen erregend war damals die Entdeckung mehrer lebensgroßer Marmorstatuen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die im Fundament der Kastellmauern verbaut worden waren. Erst von 1986 - 1993 fanden systematische Ausgrabungen durch die Kommission zur archäologischen Erforschung des spätrömischen Raetien der Bayerischen Akademie der Wissenschaften statt.

Das bayerische Alpenvorland und die Fränkische Alb mit dem Ries gehörten zur römischen Provinz Raetien. Nach dem Ende des sog. raetischen Limes um 260 n. Chr. bildeten die obere Donau und die Iller die neue Grenze des Römischen Reichs. Aber erst gegen 300 n. Chr. wurde in Kellmünz im Rahmen eines Befestigungsprogramms der Kaiser Diocletianus und Maximianus Herculius auf einem Plateau des Illerhochufers ein stark befestigtes Kastell mit einem Haupttor und weit vor die Mauer vorspringenden Tor-, Eck- und Zwischentürmen errichtet. Der Kastellgrundriss mit den Innenmaßen 98,50 x 101,50 m (0,86 ha) ist vieleckig und dem Gelände angepasst. Die Ansicht der Toranlage mit den ca. 12 - 15 m hohen Türmen wurde zeichnerisch rekonstruiert. Im frühen 4. Jahrhundert n. Chr. ist in Kellmünz mit einer ca. 300 Mann starken Einheit zu rechnen. Caelius Mons war ein wichtiges Kastell des sog. Donau-IIller-Rhein-Limes, dessen Besatzung für die Kontrolle und Sicherung der Reichsgrenze im unteren Illertal zuständig war. Die nächsten größeren Einheiten waren in Cambidano-Kempten und Guntia-Günzburg stationiert.

Die neuen Ausgrabungen gaben im Kirchhof von St. Martin erstmals Aufschluss über die Innenbebauung. Eine in Holzbauweise errichtete Mannschaftsunterkunft brannte schon bald nach der Fertigstellung wieder ab. An dieser Stelle wurde wenig später ein 14 x 26 m großer einschiffiger Hallenbau (aula) mit Apsis und Säulenvorhalle errichtet. Die monumentale, repräsentative Aula, ein für spätrömische Kastelle an Rhein und oberer Donau unbekannter Gebäudetyp, diente hochrangigen Befehlshabern wohl zur Rechtssprechung und vielleicht auch zum Empfang von Gesandtschaften der Alamannen und Juthungen. Der Grundriss der Aula ist im Kirchhof durch farbige Pflasterung wieder gegeben. Mit einer Militäreinheit ist in Kellmünz noch während des ersten Drittels des 5. Jahrhunderts n. Chr. zu rechnen.

Von M. Mackensen