Kreisbildstelle Illertissen

Medienzentrale für Schule und Bildung

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Autofalle Illertissen

Als die Autobahn A7 noch nicht gebaut war, rollte der ganze Urlauberverkehr in Richtung Süden auf der B19 mitten durch Illertissen. Reichlich geärgert hat sich einmal ein Kölner Autofahrer über die Polizeikontrollen in Illertissen - und das im Sommer des Jahres 1951! In einem Leserbrief an den Kölner Stadtanzeiger gab er folgendes Gedicht zum Besten:

"Ein jeder Mensch braucht mal Erholung,

er möcht hinaus aus seiner Wohnung.

Und mit dem Auto sieht man ihn

nach dem geliebten Süden fliehn.

In Bayern ist es wunderschön

im Tal und auf den Bergeshöh´n.

Als Fahrer aber sollst du wissen:

Behüt dich Gott vor Illertissen!

Hier macht die Polizei dir klar,

wie viel es über vierzig war.

Für jedes Kilometer, das ist stark,

bezahlst du leider fast zwo Mark!

Und darum mußt du es auch wissen:

In Illertissen ist´s besch ...!

Ich rate allen guten "Preißen",

demnächst woanders hinzureisen!

Und die Moral von der Geschicht`,

im Rheinland kennt man so was nicht!"

H. W., Köln-Sülz

Dem verärgerten Leserbrief-Schreiber gelang es jedoch nicht, allen Rheinländern die rigorosen Polizeimaßnahmen im "besch ... Illertissen" madig zu machen, denn H. M. aus Honnef antwortete darauf mit diesem Leserbrief.

"Das Gedicht in Nr. 222 ist kein Makel für Illertissen, sondern eine geistige Fehlzündung des Einsenders. Da erhält ein undisziplinierter Kraftfahrer ein Protokoll, weil er mit mehr als 40 "Sachen" durch eine geschlossene Ortschaft jagt, damit also gegen eine klare Vorschrift der Straßenverkehrsordnung verstößt, und schon geht er hin und macht seinem Ärger Luft, dass er zum Boykott des Städtchens auffordert, das "nur" bestrebt ist, Leben und Gesundheit seiner Bewohner zu schützen. Gäbe es doch mehr solcher Illertissen und überall eine Polizei, die auf eine strikte Beachtung der Verkehrsvorschriften achtet! Dann wären die ständig diskutierten Verkehrsprobleme zum guten Teil bereits gelöst und der rasende Tod um viele Opfer betrogen. Wenn es "so was" nach Angabe des "Dichters" im Rheinland nicht gibt, so steht dieses dafür auch an der Spitze der Verkehrsunfallstatistik. Das ist "die Moral von der Geschicht`."

Die damalige Marktgemeinde dankte dem ehrenrettenden Leserbriefschreiber mit der Hoffnung, dass "der Artikel vor allem den Erfolg hat, daß die Durchreisenden nun tatsächlich auf die Höchstgeschwindigkeiten achten und dadurch die hohe Unfallziffer auf der Bundesstraße 19 etwas herabgesetzt wird".